Stoffwechsel

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Tagesaktuelles Magazin für Politik, Lokales und Kultur. Hintergründig und ausführlich informieren wir über die Geschehnisse vor unserer Haustüre und in der weiten Welt und über die Themen jenseits der Gazetten. Jeden Wochentag von 16 bis 18 Uhr.

Nächste Sendung: Dienstag, 24. November 2020 00:00

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  • Gesundheit und Pflege
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Z-Bau-Kommentar

Freitag, 20. November 2020

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Prof. Dr. Susanne Keuchel ist Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid, sowie Präsidentin des Deutschen Kulturrats und Vorsitzende der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ).
In der Kommentar Reihe „Wie wir leben wollen“ des Z-Baus, stellt sie ihre Gedanken zur Kultur in der Corona Krise zur Vefügung.
Ist diese Krise nicht vielleicht sogar eine Chance, für die Kultur?
Das fragt sie: Und ihr könnt darauf antworten.
Auf den sozialen Medienkanälen des Z-Baus.
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8. März-Bündnis zum Tag gegen Gewalt an Frauen

Freitag, 20. November 2020

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Gewalt gegen Frauen ist ein globales Thema. Gewalt an Frauen hat vor allem System. Ob es an den patriachalen Strukturen liegt, oder Gewalt an Frauen sogar als Kriegswaffe eingesetzt wird. Die Zahlen an Frauen die in ihrem Leben regelmässige Gewalt erfahren haben, ist erschreckend. Die Corona Pandemie hat für viele Frauen ihre Situation auch noch einmal verschlechtert. Das 8. März Bündniss plant zum 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, Aktionen. Welche haben sie Maggie verraten:

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"Wir sind mehr als eine Fußnote in der Geschichte" - Das Netzkollektiv 'Wir müssten mal reden' bringt Mitmach-Buch gegen Diskriminierung heraus

Freitag, 20. November 2020

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Wir müssten mal reden. Das ist ein Netzkollektiv, das vor allem auf Instagram aktiv ist und sich für mehr Sichtbarkeit von marginalisierten Menschen einsetzt. Mit Dear Discrimination haben sie Anfang des Monats ein ganz analoges Buch herausgebracht – aber durchaus ein ungewöhliches.

Neues aus dem Quartier U1 - neue Runde

Montag, 16. November 2020

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Das Quartier U1 ist gestartet.
Erfreulicherweise geht es dieses Mal etwas raus aus der Bubble. Wie Simona und Basti berichten. Als nächstes steht der Workshop zum kennen lernen, leider digital vor der Haustür.

Aber auch die Projekte die nun nicht bei der Ausschreibung mit dabei sind, haben weiterhin sich am Amt für Ideen beraten zu lassen.
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Z-Bau -Wie wir leben wollen - Rassismus im Theater

Freitag, 13. November 2020

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Rassismus vor und auf deutschen Bühnen

Ein Kommentar von Anta Helena Recke

The function, the very serious function of racism is distraction. It keeps you from doing your work. It keeps you explaining, over and over again, your reason for being. Somebody says you have no language and you spend twenty years proving that you do. Somebody says your head isn’t shaped properly so you have scientists working on the fact that it is. Somebody says you have no art, so you dredge that up. Somebody says you have no kingdoms, so you dredge that up. None of this is necessary. There will always be one more thing.” (Zitat Toni Morrison)

Wie steht es mit dem Rassismus im deutschen Theaterbetrieb? Ich kann gar nicht vermitteln, wie sehr mir diese Frage aus den Ohren trieft, ich kann es nicht mehr hören, sehen, denken. Es fühlt sich an, wie ein in der Unendlichkeit hängengebliebenes Hamsterrad, auch deshalb, weil sich faktisch sehr wenig tut und die Antwort gezwungenermaßen seit Jahren dieselbe bleiben muss. Was ist das für 1 Life? Ich habe beschlossen, keine Auskunft mehr über Rassismus zu geben, außer wenn ich vorzüglich dafür bezahlt werde und im jeweiligen Moment nicht damit rechnen muss, dadurch aus dem Gleichgewicht zu geraten. Es hat natürlich seine Berechtigung, Marginalisierte mit in die Diskussion einzubeziehen, wenn es um strukturelle Unterdrückungsformen geht. Die andere Seite der Medaille ist, dass diese, sowohl bis in die privatesten aller Räume, als auch im professionellen Leben, quasi täglich damit konfrontiert sind, sich mit einem wirklich ätzenden Thema auseinandersetzen und darüber Auskunft zu geben. Ein anderes Beispiel für den perfiden Mechanismus, den Toni Morrison beschreibt, ist die immer wieder aufkommende Frage nach der „korrekten“ Bezeichnung für marginalisierte Menschen aka „Was DARF ich eigentlich noch sagen?“. Ich möchte sowohl den Menschen in meinem privaten Umfeld als auch den Diskursteilnehmer_innen in der öffentlichen Debatte, die sich mit solchen Gedanken an mich wenden, gerne entgegnen: Das musst Du leider selbst wissen! Ich sehe in der allgemeinen Erwartung, manchmal invasiv-penetrant vertretenen Forderung, dass Schwarze, POC, Queere, Post-Migrant_innen, Angehörige von Religionen, die nicht das Christentum sind, Menschen mit Behinderung usw. als Instanz dafür herhalten sollen, welche Sprache die Angehörigen der unsichtbaren Norm verwenden „dürfen“, eine Vermeidung, die kindliche Weigerung, selbst Verantwortung dafür zu übernehmen, wie ihr sprechen wollt und welche Implikationen diese Sprache in sich birgt, und mit sich bringt und was für eine Welt sich durch sie materialisiert.

1. Ihr dürft machen was ihr wollt. Schon die Formulierung einer in diese Richtung gehenden Frage mit dem Verb „dürfen“ ist eine solch bizarre Verdrehung der Verhältnisse, dass einer die Laune für jede weitere Auseinandersetzung sofort vergeht. Wenn ihr diffamierende, infantilisierende oder menschenverachtende Sprache benutzt, dann hat das für euch keine weiteren Konsequenzen. Niemand kann es euch verbieten. Auch wenn es um einen der wenigen Fälle geht, in denen Strafen für das Verwenden bestimmter Begriffe theoretisch Eingang ins Gesetz gefunden haben, braucht ihr euch echt keine Sorgen machen. Eine Schwarze Person betritt ein deutsches Polizeirevier und zeigt dort eine rassistische Beleidigung an? Die Anzeige wird verfolgt und die angeklagte Person zur Rechenschaft gezogen? Am nächsten lautet die Titelseite der BILD- Zeitung: „Der wunder bare N**** Roberto Blanco hat gewonnen: Bayerns Innenminister Joachim Hermann zu 4000Euro Geldstrafe verurteilt!“? Auch wenn man es mit weniger prominenten Akteur_innen durchspielt, lasst es euch aus dem Nähkästchen meines Geheimwissens als Person on the shadowy side of white supremacy gesagt sein: It’s not gonna happen. Die einzige Konsequenz die man möglicherweise zu erwarten hat ist, das jemand anderes in mehr oder weniger differenzierter, nachvollziehbarer, akademischer oder empörter Form entgegnen wird: Ich find dich scheiße (Zitat Tic Tac Toe).

  1. Read a fucking book. Alle, wirklich alle rassistischen Bezeichnungen sind in der Zwischenzeit von Aktivist_innen und oder Wissenschaftler_innen historisch kontextualisiert, eingeordnet, hergeleitet und erklärt worden. Wenn es euch wirklich ein Anliegen ist, darüber Bescheid zu wissen, was ihr eigentlich ausdrückt, wenn ihr bestimmte Worte, oder, um am Schluss noch mal kurz zurück aufs Theater zu kommen, bestimmte ästhetische Mittel verwendet, dann macht die Arbeit, es herauszufinden, selbst und trefft eine Entscheidung. Das ihr für diese Entscheidung selbst verantwortlich seid, darum werdet ihr nie herumkommen, egal wie lange ihr lamentiert „Darf ich? Darf ich? Darf ich?“.

 

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Nicht von Corona überrollt: die Universität Osnabrück setzt schon lange auf Open Source Systeme und Digitale Lehre

Donnerstag, 12. November 2020

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Open Source, offene Systeme und eigene Software. Darauf setzt die Universität Osnabrück schon seit Jahrzehnten. Und fährt damit in Zeiten von Corona-Pandemie und digitaler Lehre besonders gut.

Wie wir leben wollen - Cancel Culture - holt das Popcorn

Freitag, 06. November 2020

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Es geht mal wieder um Cancel Culture - holt das Popcorn von Hoe_mies oder auch Lucia Luciano & Gizem Adiyaman Cancel Culture könnte vielleicht als kollektiver Wunsch verstanden werden, diejenigen in Machtpositionen für ihr vermeintliches Fehlverhalten zur Verantwortung zu ziehen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, aber in der Regel darauf zurückzuführen, dass die betreffende Person eine problematische Meinung geäußert oder sich inakzeptabel verhalten hat und somit andere unterdrückt. Irgendwie ist Cancel Culture in 2020 aber zu einer Phrase verkommen, unter der extrem unterschiedliche Menschen und Situationen zusammengepfercht werden. An einem Ende des Spektrums stehen Menschen wie Harvey Weinstein und R. Kelly, die vor ihren Sexualverbrecherprozessen von der Öffentlichkeit gecancelt wurden. Am anderen Ende stehen alltägliche Menschen, die auf Twitter und Co. mal mehr und mal weniger problematische Ansichten teilen und dafür öffentlich kritisiert werden, manchmal auch ihre Jobs verlieren. Trotz der positiven Absicht vieler Cancelings, an das Verantwortungsbewusstsein von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu appellieren, ist die Cancel Culture selbst im Sommer 2020 in Verruf geraten. Harper’s Bazaar veröffentlichte im Juli einen offenen Brief, der von 153 Schriftsteller*innen, Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Journalist*innen, darunter auch Namen wie J.K. Rowling, Noam Chomsky oder Gloria Steinem unterzeichnet wurde. Der Brief warnt vor einem intoleranten Klima, das die Meinungsfreiheit gefährde und zu ideologischer Konformität führe. Diese Auffassung verkennt jedoch, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht bedeutet, jeden Gedanken ohne Kritik veröffentlichen zu können. Ja, es ist äußerst nervenaufreibend, in sozialen Medien seinen eigenen Namen trenden und seine Kommentarspalten explodieren zu sehen, sodass man sich gar nicht mehr traut, den Posteingang auch nur zu betreten. Geht man allerdings nur von seiner eigenen Ungemütlichkeit aus, läuft man Gefahr vor Scham und dem Gefühl des Deutungsverlustes über sein eigenes Narrativ, etwas wichtiges zu verkennen: die Bedeutung von Cancel Culture als Tool derjenigen, die von der Gesellschaft stummgeschaltet werden. Die öffentliche Kritik als Gegenreaktion auf ein Machtungleichgewicht. An dieser Stelle zitieren wir gerne eine Aussage von dem*der Essayist*in Sinthujan Varatharajah aus unserer Realitäter*innen Podcastfolge über Cancel Culture: "Vielleicht ist die Perspektive auf Cancel Kultur die falsche. Vielleicht müssten wir die Mehrheitsgesellschaft als die eigentliche Cancel Kultur verstehen, die Kulturen und Menschen ausschließt bzw. diskriminiert. Das sind Cancel Kulturen, die Menschen schon seit Jahrhunderten in dieser Machtlosigkeit halten.” Ihrem Versprechen einer Streichung kommt die Cancel Culture eigentlich eher selten gleich. So empfinden diejenigen in privilegierten Positionen die öffentliche Bloßstellung als gewaltvolle Einschränkung ihrer Freiheiten. Dabei sind sie diejenigen, die andere in ihrer Freiheit einschränken oder sogar Gewalt ausüben. Meistens klingt die online Kritik binnen einiger Wochen ab und die Auswirkung dieser öffentlichen Schlachten auf die Jobchancen oder Plattform berühmter Persönlichkeiten hält sich in Grenzen. Während die Behauptung, unsere offene Debattenkultur würde durch öffentliche Bloßstellungen gefährdet werden, ziemlich weit hergeholt ist, ist die Kritik an der Vorgehensweise solcher Cancelings, bzw. in den meisten Fällen eher Call-Outs, angebracht. Die Auswirkungen auf die Psyche und das soziale Umfeld können in manchen Fällen unverhältnismäßig hart ausfallen. Es wird auch fast nie zum Thema gemacht, wie sich eine gecancelte Person davon wieder erholen und auch in der Öffentlichkeit rehabilitiert werden kann. Eine Person öffentlich anzuprangern, die durch ihr Fehlverhalten Gewalt ausgeübt oder ermöglicht hat, dient ja eigentlich dazu, an ihr Verantwortungsgefühl zu appellieren und sie dazu zu motivieren, ihre Schuld zu begleichen. Aber wenn wir Rechenschaft und mehr Achtsamkeit einfordern, den Beschuldigten jedoch keinen Raum geben, in Ruhe ihr Fehlverhalten zu reflektieren, daraus zu lernen und diese Lektionen auch mit anderen teilen, was wollen wir dann? Was bringt jemandem die Entwicklung zu einer bewussteren Person, wenn sie durch einen Fehler zur Persona non grata erklärt und nicht selten auch von ihrem Umfeld fallen gelassen wird? Stichwort: Kontaktschuld. Auch hier zitieren wir gerne aus unserer Podcastfolge, diesmal die Journalistin Vanessa Vu: "Ich finde, man sollte einander kritisieren können, aber eben solidarisch. Ich kritisiere nicht, weil ich jemanden zerstören will, sondern weil ich will, dass jemand wachsen kann. Kritik ohne Solidarität macht wenig Sinn, genauso wie Solidarität ohne Kritik auch wenig Sinn macht.” Indem wir Menschen auf ihre Mängel oder ihre Fauxpas reduzieren, missachten wir, dass sich Meinungen und Verhalten durch Informationen verändern können. Ein Call-Out kann sicherlich dazu beitragen, überhaupt auf problematische Ansichten oder Handlungen aufmerksam zu machen. Aber indem übereilte Statements, Spendenzahlungen als Wiedergutmachung oder die Distanzierung von einer problematischen Person eingefordert werden, werden keine Machtverhältnisse verändert. Vielmehr kann sich die angeprangerte Person in die Ecke gedrängt fühlen, wenn Hunderte oder Tausende einen für alle sichtbar kritisieren oder angreifen. Insbesondere wenn man keine Berühmtheit ist und mit dieser Wucht an Negativität noch nicht umgehen kann. Unsere linke, queerfeministische BIPOC Bubble spricht oft darüber, seine psychische Gesundheit nicht zu vernachlässigen. Und es ist auch möglich, jemanden solidarisch zu kritisieren, ohne ihn/sie komplett fallen zu lassen, insbesondere wenn diese Person selbst von Diskriminierung betroffen ist und in ihrer Gemeinschaft einen Rückzugsort sieht. Als marginalisierte Person in der Öffentlichkeit zu stehen, ist ohnehin mit viel Erwartungsdruck verbunden. Und auch wenn eine größere Reichweite mit Privilegien einhergeht, schützt sie nicht vor Diskriminierung oder Gewalt. Im Gegenteil, sie macht einen ziemlich angreifbar, insbesondere dann, wenn man auch noch (identitäts-)politische Haltung zeigt. “Wokeness” oder “Awareness” sind das Ergebnis von Selbstreflexion und Weiterbildung, zu der nicht alle gleichermaßen Zugang haben, weil die Diskurse meist ziemlich akademisch sind. Wenn man sich darüber bewusst wird, dass man selbst noch viel zu lernen hat, stempelt man andere für ihre Wissenslücken oder fehlende Sensibilisierung nicht mehr so leichtfertig ab. Stattdessen fängt man an, zu hinterfragen, warum wir eigentlich so darauf abgehen, unsere moralische oder diskursive Überlegenheit zur Schau zu stellen, indem wir die Fehler anderer Geisel nehmen, nur um sie bei der nächsten Gelegenheit gegen sie zu verwenden. Wir müssen einfach lernen, innerhalb unserer Gemeinschaften nicht dieselben überwachenden und strafenden Methoden anzuwenden, mit der die Mehrheitsgesellschaft uns an die Ränder drängt. Unsere eigene Erfahrung mit öffentlicher Bloßstellung in 2020 hat uns vielleicht nicht bei allen ins Aus befördert, aber sie hat uns gezeigt, wie austauschbar man in der BIPoC Bubble sein kann. Es scheint einfacher, Gewalt zu individualisieren und nicht als kollektives Problem zu betrachten, für das sich alle verantwortlich fühlen. So verschwand man bei einigen auf der Bildfläche - das problematische Verhalten wurde lokalisiert, es folgte eine Distanzierung und das unerwünschte Verhalten war quasi aus den Augen, aus dem Sinn. Woran wir noch arbeiten müssen, ist die Bereitschaft dazu, Konflikte gemeinsam überbrücken zu lernen, um als Kollektiv voranzukommen. Trotz alledem, war es auch eine lehrreiche Erfahrung, die uns vor Augen geführt hat, welche Verantwortung wir in unserer Gemeinschaft tragen und die uns zum Nachdenken angeregt hat, wie wir dieser besser gerecht werden können. Sie hat uns aber auch gezeigt, welche Ressourcen und Strukturen interner Konfliktbewältigung wir uns als diskriminierte, traumatisierte Gemeinschaften noch erarbeiten müssen. Um diesen Aufsatz über Cancel Culture mit einem Zitat der Autorin Kai Cheng Thom aus ihrem Buch “I Hope We Choose Love” abzuschließen: “(...) a culture in which the majority of political education is done through public shamings is neither all that socially transformative nor psychological healthy.” Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, achtsamer miteinander zu sein, und einander motivieren, zu wachsen.

Zwischenfälle: Und wehe wir streiken – Die Geschichte mit der Gesundheit

Freitag, 06. November 2020

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Die Streiks im Oktober 2020 haben die Bewegung für ein solidarisches Gesundheitssystem gestärkt. Klinik-Beschäftigte wurden in der Metropol-Region laut für ihre Forderungen. Geschichte beginnt jetzt. So sind nicht nur die Verhältnisse in den Spitälern von einst Thema dieser Sendung. Kämpfende GesundheitsarbeiterInnen von heute kommen selbst zu Wort.

Realistischere Hartz-IV-Sätze und 100 € Corona-Zuschlag - ein Aktionstag

Dienstag, 03. November 2020

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100 € Coronazuschlag und Regelsätze, die zum Leben reichen - Statt wachsender Armut und Ausgrenzung! Das forderte das Bündnis "AufRecht bestehen" am vergangenen Wochenende mit Aktionen in verschiedenen Städten, auch in Nürnberg.

Wie wir Leben wollen - erste Ausgabe

Freitag, 30. Oktober 2020

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»Streitet euch "Alexei Nawalny hat sich selbst mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet”, das behauptet meine russische Verwandtschaft - ich widerspreche. Wir alle kennen Leute, die an Verschwörungsmythen glauben. Doch die Augen zu verdrehen und mit dem Kopf schütteln wird sie nicht ändern. Wir müssen die Menschen und ihre Aussagen ernst nehmen, mit ihnen sprechen und streiten. Wer diesem Streit aus dem Weg geht, gefährdet die Demokratie. Ein Kommentar von Vassili Golod Zweifeln ist gut. Doch ausgerechnet im Zweifel liegt auch der Ursprung einer jeden Verschwörung. Wenn Menschen etwas nicht verstehen, brauchen sie eine Erklärung. Früher haben sie diese Erklärung vor allem in der Religion gesucht, in Gott. Heute suchen viele bei Google. Und dort finden sie noch immer, was schon vor Jahrhunderten gefährlich und falsch war: antisemitische Verschwörungsmythen. Im Mittelalter wurde das Gerücht verbreitet, dass Jüd*innen die Brunnen vergiften würden. Bis heute halten sich hartnäckig verschiedenste Mythen über das sogenannte “Finanzjudentum”. Die Ermordung von Millionen von Jüd*innen im Nationalsozialismus basierte auch auf diesen Erzählungen. Deshalb gilt für alle, die im Alltag antisemitische Aussagen mitbekommen: zeigt Haltung. Das gilt bei allen Formen von Diskriminierung. Denn Verschwörungsideologien sind gerade deshalb so gefährlich, weil sie oft gegen Minderheiten gerichtet sind - und den Mehrheiten egal sein könnten, aber nicht sollten. “Wir” gegen “die” Umso wichtiger ist es, das System der Verschwörungsideologien zu durchschauen. Sie entstehen oft in Zeiten, die von den Menschen als gesellschaftliche Krisen wahrgenommen werden, also in gefühlten Krisen. Aus Angst, Unsicherheit und Kontrollverlust entsteht der Wunsch nach Erklärungen und das Verlangen nach Schuldigen. Einer kleinen Gruppe von Außenseiter*innen, die man ohne Weiteres zu Sündenböcken machen kann. Oder der “mächtigen Elite”, die über den Dingen steht. Und denen schiebt man dann alles unter. Aktuelles Beispiel: Corona. Das Virus lässt sich nicht greifen. Wer nicht unmittelbar davon betroffen ist, kann es nicht spüren. Spürbar sind dagegen die Einschränkungen, die Ungewissheit und die wirtschaftlichen Folgen. Auf der ganzen Welt. Abstand halten, Maske tragen, Hände waschen - das ist für viele lästig. Es ist einfacher, die abstrakte Bedrohung zu leugnen und an eine Verschwörung zu glauben. Am besten in einer Gruppe Gleichgesinnter. Das ändert zwar rein gar nichts am Problem, fühlt sich für viele aber besser an. Diese gefühlte Wahrheit ist die eigentliche Gefahr. Sie wirkt wie ein Gift. Toleranz ist dagegen wirkungslos, nur Widerspruch kann helfen. Denn dieses Gift verzerrt die Wahrnehmung. Populismus als politischer Arm Es führt dazu, dass Corona-Leugner*innen die Bedrohung in mächtigen und bösartigen “Verschwörer*innen” sehen und nicht in der Pandemie. Menschen wie Bill Gates sind für diese Rolle prädestiniert: der Windows-Erfinder und Multi-Milliardär, der Teile seines Vermögens seit vielen Jahren in Forschungsprojekte investiert. Für viele Verschwörungsideolog*innen klingt all das undurchsichtig genug, um Gates boshafte Machenschaften zu unterstellen. Internet und soziale Netzwerke sind ein Katalysator für dieses Gedankengut. Hier treffen sich Gleichgesinnte, können sich vernetzen und bekommen dadurch noch mehr das Gefühl, dass ihre Meinung die einzig wahre ist. Der politische Arm der Verschwörungsmythen ist der Populismus. Allein die Grundidee von Populismus spricht ja von “dem Volk”, das einen gemeinsamen “Volkswillen” habe, dem die “korrupten Eliten” entgegenwirken würden. Bei beiden Gruppen ist nicht ganz klar, wer gemeint ist. Von außen betrachtet, erscheint diese Unklarheit häufig verwirrend. Doch sie hat System. Denn genau diese Eigenschaft ist es, die viele Verschwörungsideologien anschlussfähig macht - für bereits bestehende Ideologien oder sogar für rechtsextremistische Gedankenwelten. Ich bleibe dabei: Zweifeln ist gut. Es gibt diejenigen, die zweifeln, um Wahrheit zu finden. Andere zweifeln, um Wahrheit für sich zu beanspruchen. Wer von Anfang an behauptet, dass alle lügen, die etwas anderes sagen, als das, was man selbst aktuell für richtig hält, kommt aus diesem Verschwörungskonstrukt irgendwann nicht mehr raus. Und wer krude Aussagen ignoriert oder weglächelt, macht sie salonfähig. Deshalb liegt die Antwort im Streit. Leidenschaftlich und fair. Emotional und faktenorientiert. Nur wer die direkte Diskussion sucht, kann etwas verändern. Wir müssen wieder lernen Argumente auszutauschen, ohne sie persönlich zu nehmen. Lernen uns zuzuhören, ohne einander anzuschreien. Meine Utopie ist eine demokratische Diskussionskultur, die die Gesellschaft wieder näher zusammenführt. Sie beginnt im Dialog mit unserem Umfeld.« wwlw-kommentar-1  

Robotik in der Pflege

Mittwoch, 28. Oktober 2020

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Roboter und digitale Systeme in der Pflege, das klingt für viele noch nach science fiction. Aber es gibt sie schon. Digitale Helfer bringen das Essen, dosieren die Arznei oder stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Das jedenfalls versprechen Hersteller*innen von solchen Robotern. Doch in der Praxis hakt es oft noch sehr. Wie Roboter in der Pflege eingesetzt werden, welche ethischen Fragen sich stellen und wo die Grenzen und Risiken sind, darum geht es in diesem Beitrag.

Evangelischer Pfarrer will Flüchtlinge ertrinken Lassen

Montag, 02. November 2020

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Ein Christ darf auch ertrinken lassen. So die Überschrift eines evangelischen Pfarrers in einem Kirchenblatt.
Wie kommt ein sogenannter Mann Gottes auf solche Aussagen und mit welchen Konsequenzen muss er nun rechnen. Darf ein Pfarrer alles sagen und wieso ist die Gegendarstellung die online ist so schwammig und posotioniert sich nicht noch viel stärker für Menschen auf der Flucht? Das hat Can mit der Pfarrerin Stefanie Reuther von der Presse und Öffentlichkeitsstelle des Evangelisch Lutherischen Dekanat Nürnberg besprochen
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Interview zum NSU Tribunal von Özgür Radio

Montag, 19. Oktober 2020

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Bis heute ist die Aufklärung des NSU Komplexes weit davon entfernt lückenlos zu sein.
Die Verbindungen von Verfassungsschutz, die Mittäter und MitwisserInnen. Vieles liegt im verborgenen, geschweige denn gibt es ein Verurteilung für die TäterInnen.
In unserer Sendung Özghur Radio hatte Ali zwei Menschen vom
NSU Tribunal eingeladen.
Das Tribunal soll dabei helfen, den Opfern des NSU aber auch von Rassismus im allgemeinen eine Stimme zu geben:

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"Am Anfang haben wir noch gelacht "- Der goldene Aluhut über das 'Verschwörungsjahr 2020' und die preisgekrönten Verschwörungstheorien des Jahres

Freitag, 16. Oktober 2020

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Was haben Donald Trump, die Bildzeitung, oder das Zentrum für geistiges Heilen gemeinsam? Gut, sie alle sind – vorsichtig ausgedrückt - ziemlich fragwürdig in ihren Ansichten. Am 30. Oktober wird ihnen aber auch eine gemeinsame Ehre zuteil: In Neukölln werden sie mit dem goldenen Aluhut 2020 ausgezeichnet.

Trotz Druck durch japanische Regierung: Berliner Statue für „Trostfrauen“ in Japans Militärbordellen bleibt stehen

Mittwoch, 14. Oktober 2020

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Sie werden „Trostfrauen“ genannt oder auch: „Comfort women“: Hunderttausende Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs in japanische Militärbordelle verschleppt wurden. Als für sie in Berlin eine Statue errichtet wurde, intervenierte die japanische Regierung. Was wird aus der Statue?

Das Quartier u1 - geht in die nächste Runde

Dienstag, 13. Oktober 2020

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Stellt Euch vor, Ihr dürft die Stadt nach Eurem Willen und Euren Bedarfen formen. Was würdet Ihr ändern? Und wie würdet Ihr es angehen?
Das Quartier U1 geht in die nächste Förderungsrunde und noch bin Anfang November können Projekte eingereicht werden.
Wie es geht und was zu beachten gibt erzählt uns Simona vom Quartier:

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Warnstreik am Nordklinikum und Nürnberg Stift

Freitag, 09. Oktober 2020

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Zurzeit laufen die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst. Da die Arbeitgeberseite weiterhin nur eine Nullrunde anbietet kommt es nun vielerorts zu Warnstreiks. So auch am 8. Oktober 2020 am Klinikum Nord und am Nürnberg-Stift. Spätestens durch die Corona-Krise wurde die Systemrelevanz der Arbeitenden im Pflegesektor offensichtlich. Doch auch schon vor Corona war der Pflegenotstand da. Groß ist deshalb der Unmut in den Belegschaften des Klinikums und des Nürnberg Stifts angesicht der Angekündigten Nullrunde.

Haftstrafen ohne Bewährung weil: Polizei angeschrien

Mittwoch, 07. Oktober 2020

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Wegen einer Auseinandersetzung zwischen Parknutzer_innen und Polizei auf dem Jamnitzer Platz in Nürnberg im Juni 2019 wurde diesen Herbst vor dem Amtsgericht Nürnberg verhandelt. Der Vorwurf: Widerstand gegen die Staatsgewalt. Der Prozess offenbarte einen politisch motivierten
unbedingten Verurteilungswillen, der auf Kosten der Wahrheitsfindung durchgesetzt wurde. Einer der beiden Angeklagten wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und 6 Monaten verurteilt, der andere zu einem Jahr und 3 Monaten. Beide Freiheitsstrafen wurden nicht zur Bewährung ausgesetzt.
Den beiden Angeklagten wurde vorgeworfen, am 28.6.2019 am Jamnitzer Platz einer weiteren schikanösen Polizeikontrolle, gemeinsam mit vielen anderen Nutzer_innen des Platzes, ein frühzeitiges Ende beschert zuhaben – und das lediglich mit verbalen Unmutsbekundungen.
Polizeizeug_innen und Staatsanwalt waren sich einig, dass es zu keiner Anwendung von Gewalt kam. Die eingesetzten Beamt_innen wurden nicht einmal berührt. Auch in der Pressemitteilung der Polizei zu eben jenem Tag war lediglich von „lauter Ruhestörung“ die Rede. Nichtsdestotrotz wurde das Ereignis im Nachhinein von Polizei und Medien zu einem Versuch der Errichtung von „rechtsfreien Räumen“ stilisiert.
Im Prozess hat sich herausgestellt, dass dieses Konstrukt auch von Staatsanwaltschaft und Gericht übernommen wurde. Selbst der Staatsanwalt gab in seinem Plädoyer zu, dass es eher um die Verurteilung der Meinung der Angeklagten gehe, als Sachverhalte und Wahrheit aufzuklären. In seinen Augen sei es grundsätzlich nicht in Ordnung, sich der Polizei gegenüber ablehnend zu verhalten und dies laut zu äußern. Dies müsse mit der vollen Härte des Staates bestraft werden. Da waren Fragen der Sachaufklärung und der Wahrheitsfindung offensichtlich nicht mehr sehr wichtig.
Die Beweisaufnahme wies riesige Lücken auf, die Identifizierungsmethode war im besten Fall lückenhaft, insbesondere die dubios zusammengestellten Wahllichtbildvorlagen zeugten von dem Wunsch, den Verdacht manipulierend auf die Angeklagten zu lenken. Die Verteidigung beklagte, dass potentiell entlastende Zeug_innenaussagen in der Akte fehlen würden. Noch deutlicher: Ein entlastender Zeuge erklärte vor Gericht, dass einer der beiden Angeklagten an diesem Tag nicht einmal anwesend gewesen war. Diese Aussage wurde von Staatsanwaltschaft und Richter als weniger wert eingeschätzt, als die Aussage einer Polizeipraktikantin. Diese konnte sich recht detailliert an das Aussehen eines an dem Vorfall beteiligten erinnern. Obwohl diese Beschreibung eigentlich so gut wie überhaupt nicht mit dem Aussehen des Angeklagten übereinstimmt, wurde er dennoch verurteilt. Diese Zeugin war auch die einzige, die den schließlich zur höheren Strafe Verurteilten gesehen haben will. Bezüglich des anderen Angeklagten sagten die polizeilichen Zeug_innen – in teils identischen Formulierungen – übereinstimmend aus, er hätte gewusst, wie weit er gehen kann und er hätte die Beamt_innen lediglich angeschrien. Das Anschreien von Polizeibeamt_innen möchte das Amtsgericht Nürnberg aber mittlerweile mit Haftstrafen ohne Bewährung ahnden.
Der Prozess wurde von Seiten der Staatsanwaltschaft mit Hilfe der Staatsschutzpolizei äußerst politisch geführt. Dies machte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer selbst noch einmal deutlich.
Der Verfolgungs- und Verurteilungswille war enorm. Die Verurteilung der beiden Angeklagten und die Strafmaße stellen ein Skandalurteil jenseits von Gut und Böse dar. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.
Bei einer Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude begleiteten 30 Teilnehmer_Innen den Prozess solidarisch. Für den Abend wurde zu einer Spontandemo im Stadtteil Gostenhof aufgerufen.jaminitzer-ganz_