Stoffwechsel

Stoffwechsel

Tagesaktuelles Magazin für Politik, Lokales und Kultur. Hintergründig und ausführlich informieren wir über die Geschehnisse vor unserer Haustüre und in der weiten Welt und über die Themen jenseits der Gazetten. Jeden Wochentag von 16 bis 18 Uhr.

Nächste Sendung: Freitag, 18. August 2017 00:00

  • Sommerausgabe - Özgür Radio - Kein Wahlrecht für Menschen mit Migrationshintergrund
  • Anzahl prekärer Arbeitsplätze in Deutschland wächst
  • Zivile Seenotrettung im Mittelmeer
  • Zivile Seenotrettung im Mittelmeer
  • Bassam Antakly soll nach Bulgarien abgeschoben werden

Prostituierten Schutzgesetz - Interview mit Kasandra e.V.

Zum 1. Juli wird bundesweit das sogenannte „Prostituierten-Schutz-Gesetz“ eingeführt. Es bedeutet eine große Veränderung für alle die in der Sexarbeit tätig sind. Denn: Kern des Gesetzes ist die Einführung einer gesundheitlichen Beratungspflicht und einer gewerblichen Anmeldepflicht für Prostituierte.

Ämter und Interessenverbände sehen das Gesetz mit gemischten Gefühlen. Wir haben uns für euch mit dem Beratungsverein Kassandra e.V. und der städtischen Fachstelle für sexuelle Beratung unterhalten.

Nach langem Procedere ist es nun soweit: Zum 1. Juli wird das sogenannte „Prostituierten-Schutzgesetz“ gültig. Das neue Gesetz enthält sowohl Auflagen für Sexarbeitende als auch für Betreibende. Erstmals wird beispielsweise eine allgemeine Kondompflicht eingeführt.

Dennoch: Organisationen wie der „Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen“ bedauern dass für beide Seiten ausschließlich Pflichten und keine neuen Rechte entstehen. Das Gesetz beinhaltet die Pflicht zu regelmäßigen gesundheitlichen Beratung und die Pflicht sich mit dem echten Namen als sexarbeitend zu amtlich zu registrieren.

Gerade die Betroffenen-Verbände haben im Vorfeld ihren Unmut über das Gesetz geäußert. Ich habe mich jetzt, kurz vor Inkrafttreten des Gesetzes mit dem Nürnberger Verein Kassandra e.V. unterhalten. Der Verein ist eine Beratungsstelle und bietet neben klassischer Sozial- und Präventionsarbeit auch Qualifikation an.

 
AutorIn: Philipp Abel | Format: MPEG-1 Layer 3 | Dauer: 6:15 Minuten

Dieses auf Bundesebene beschlossene Gesetz fällt in die Landeszuständigkeit. In Bayern hat die Regierung die Kommunen mit der Durchführung betraut.

Der Leiter des Nürnberger Gesundheitsamt hat sich über die Ausgestelltung dieser durchführung wenig erfeut gezeigt, denn: Sein Amt soll sowohl die Gesundheitsberatung als auch die Anmeldung durchführen. Er fürchtet einen Vertrauensverlust von seiten der Prostituierten in sein Amt, weil es nur noch als Aufsichtsbehörde gesehen werden könnte.

Dazu, zum Gesetz insgesamt und der Situation in Nürnberg, habe ich mit Leiterin der hierfür zuständigen Stelle der Stadt Nürnberg gesprochen: Frau Dr. Schaffer von der Fachstelle Sexuelle Beratung.

 
AutorIn: Philipp Abel | Format: MPEG-1 Layer 3 | Dauer: 10:35 Minuten

 

 

Dein Kommentar

Email:
BesucherInnen-Kommentare